Sizilien Süden
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09.09.10: Nach einem extrem reichlichen Frühstück mit lauter Selbstgebackenem mußten bald unser Mietauto am Hafen abholen. Dannn sind wir losgekurvt durch die schöne Landschaft. Mit dem Mietauto nach Modica, wo wir das Schokoladenangebot durchprobiert haben. Am Ende haben wir uns für eine wunderbar knirschige Zimtschokolade entschieden.
Dann zur Töpferstadt Caltagirone, die aber ziemlich am verfallen ist. Das ist wirklich eine Töpferstadt. In jeder Straße findet sich in einem der bröckeligen maroden Häuser mindestens eine Töpferwerkstadt. Sicherlich wohnen in den verfallenden verwinkelten Gassen mittlerweile deutlich mehr Tauben als Menschen. In Caltagirone haben wir gegessen im “Marchesi di S. Barbara”, das sich sehr gehoben und hochnäsig gab - hat aber mittlerweile dicht gemacht.
Dann weiter zur Villa Romana di Casale in Piazza Armerina. Die Stadtverwaltung hält diese Attraktion wohl für überlaufen und hat sich entschieden bei der Beschilderung jedesmal andersfarbige Schilder zu verwenden und peinlich darauf geachtet, daß auf jedem Schild andere Begriffe stehen (“römische Villa”, “Casale”, “archäologischer Park” etc.). Unser Navi hat sich aber nicht verwirren lassen. Leider waren nur 3 der prächtigen Räume zu besichtigen. Doch die waren echt klasse! Dort sieht man außergewöhnlich gute römische Mosaiken. Noch in der Nebensaison im September blockieren sich die Reisegruppen in den engen heißen Gewächshäusern über den Kunstwerken gegenseitig. In der Hauptsaison hat Tourismus dort vermutlich viel mit Nahkampf zu tun. Trotzdem ist es eine beeindruckend große und sehr prächtige Ruine. Die Mosaike sieht man in dieser Qualität bestimmt selten und bestimmt nicht derart viele Hektar. Piazza-Armerina_Villa-Del-Casale_060_Panorama

Durch die hügeligen Weizenfelder (traumhafte Landschaft!) ging es weiter nach Agrigento. Zum Glück haben wir uns nicht für ein Zimmer in der kaum mit dem Auto befahrbaren Altstadt entschieden, sondern in San Leone am Strand unten. Dort haben wir auf der Straße den Vermieter einer Ferienwohnung getroffen. Nach kurzem Verhandeln waren wir uns einig.
Leider sind San Leone und Agrigento ein einziges Labyrinth. An Schildern gibt es nur reichlich Einbahnstraßenschildern. Der Verkehr wird extrem kompliziert, schlecht beschildert und verwirrend durch die ganze Stadt geschlängelt - mehr als ein Chaos erreichen sie damit nicht. Beim Versuch nachts die angestrahlten Tempel zu sehen, hätten wir fast nicht mehr zurückgefunden.
Als Bade- oder Übernachtungsort lohnen weder Agrigento noch San Leone (wo Anfang September auch am Strand bereits alles dicht ist und (fast) keine offene Strandbar zu finden ist).
Wegen der Verkehrsführung sind wir dann nur zu Fuß zum Pizzaessen an die Strandpromenade.

10.09.10: In ganz San Leone scheint es keine klassische Bar zu geben. Mit Mühe haben wir eine Bäckerei gefunden und eine Art Bar mit Cafe-Zapfstelle an einem Campingplatz. Nach einigem Suchen haben wir auch kapiert, wo der Eingang ist zum extrem großen Ausgrabungsgelände “Tal der Tempel”. An einem Vormittag kann man es gerade so schaffen, wenn man rüstig ist. Auf einer Hangkante reiht sich ein Tempel neben dem nächsten in sehr unterschiedlichem Erhaltungsgrad. Landschaftsplanerisch ist das aber schon eine exzellente Arbeit. Vor allem der Concordia-Tempel stellt schon (fast) jeden anderen griechischen Tempel in den Schatten. (Damit man für ihn noch einmal extra Eintritt kassieren kann, hat man eine Pseudo-Kunstausstellung darin aufgestellt.....)

Agrigento_Concordia-Tempel_vom-Hera-Tempel-aus_094

Uns war noch nach etwas Strand. Erstaunlicherweise ist der einzig nutzbare Strand ein ganzes Stück östlich von San Leone. Doch es war sehr stürmig, kühl und alles zu. Bei prasselndem Sand haben wir den Kite-Surfern zugesehen.

Aragona_Naturpark-Macalube_Schlammvulkane_Fuss_008Nach der Mittagspause ging es nach Agrigento zu den “Vulcanelli di Maccalube”- das sind Mini-Schlammvulkänchen. Eigentlich blubbert da nur heiße Luft aus Schlamm - schaut aber toll aus. Echt süß und faszinierend.

Am Rückweg noch das Archäologische Museum von Agrigento besichtigt - das war aber nicht sehr lohnenswert.
Abends dann sehr gut gegessen in San Leone.

 

 

 

 

 

 

 

Realmonte_Scala-dei-Turci_auf-den-weißen-Felsen_04911.09.10: Zur Türkentreppe (Scala dei Turchi): Eine Klippe aus strahlend weißen, weichem Fels, die den Hang heruntertreppt. Man kann gar nicht den Blick von ihr lassen Strahlend hell, rund quellende Formen, außerirdisch. Dieser Stopp lohnt wirklich, wird aber offenbar nur in italienischen Reiseführern als Top-10-Sehenswürdigkeit geführt. Auf dem Weg runter kann man auch etwas essen.

 

 

 

Realmonte_Scala-dei-Turci_Küste_002

Dann durch die karstige, aber fruchtbare Landschaft nach Caltabellotta, das oben am Berg liegt und richtig kalt ist. Man kann über halb Sizilien schauen von dort oben. Zum Mittagessen haben wir nur ein einfaches Lokal mit Formel-1-Übertragung gefunden, war aber nett und Ferrari hat gewonnen.
Caltabelotta_003

Über etliche Serpentinenstraßen durch dolomitenartige Traumlandschaften ging es weiter bis wir uns nach Erice hochgeschraubt haben. Diese Stadt strahlt Mittelalter aus: Dunkle uralte unverputzte Steinmauernhäuser. Das hat was. Meist liegt es in Wolken - aber immer wieder gönnt die Stadt grandiose Ausblicke. Unvergessen der Blick abends nach Nordosten zum Monte Cofano.

 

von Uli & Petra Bähr, geändert am 31.12.2015.
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