Sizilien Nordwesten
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Kurzreisen

11.09.10: Richtung Trapani ging es dann über wunderschöne Serpentinen und eine dolomitenartige Traumlandschaft weiter nach Erice. Diese Strecke ist eine Sehenswürdigkeit.
Erice_Dom_007Erice ist eine Art Rothenburg-ob-der-Tauber: Eine Dorf wie eine dunkle, steinerne Trutzburg in den Wolken. Der Besuch lohnt auf jeden Fall (man kann auch mit der Seilbahn hoch fahren). Schon alleine wegen der Kekse dort. Es ist zwar beeindruckend, die ruhigen Gemäuer nach Abzug der Tagesgäste nachts zu erleben - aber eigentlich ist Erice zu abgeschieden und hat durch die Wolkennähe tatsächlich oft schlechtes Wetter. Man wohnt also besser unten bei Trapani.

 

 

Erice_Blick-zum-MonteCofano_abends_028

12.09.10: Mit der Seilbahn (die inkl. der Fahrkartenmotive und Warnhinweise wohl direkt von einer Skipiste abmontiert wurde) sind wir runter gefahren, in der irrigen Annahme, daß man dann in Trapani landet. Die Altstadt Trapanis ist aber locker eine Stunde Fußmarsch entfernt und sonntags haben wir auch keine Taxis entdeckt. So sind wir wieder hochgefahren.
Zum Trost gab es die berühmten Mandelsüßigkeiten.
Abends in das Ristorante Ulisse.

13.09.10: Mit dem Auto nach Trapani. Der Verkehr staut sich da gerne. Am Ende wartet aber eine wirklich nette, leicht morbide Altstadt mit schönen Cafes auf einem. Zu den berühmten Salinen haben wir es dann nicht geschafft, weil die Zufahrtsstraße wegen eines Unfalls gesperrt war.
Auf wunderschöner Strecke ging’s weiter in die nordwestliche Ecke Siziliens. Oberhalb Scopellos in den Bergen haben wir uns das Agriturismo von Camillo Finazzo ausgeguckt und tatsächlich gleich gefunden.
Sogleich sind wir 100 Hügel wieder hinuntergekurvt zum Nationalpark “Riserva dello Zingaro”. Dieser herrliche Nationalpark erstreckt sich ein paar Kilometer an der Küste entlang. Gut markierte und wohl gepflegte Wege führen durch spektakuläre mediterrane Landschaft. Oft sieht man die Europäische Zwergpalme wild wachsen. Weit sind wir nicht gekommen, da schon die erste Badebucht zu verlockend aussah. Dort sind wir bis zum Abend geblieben.

Scopello_Zingaro-Nationalpark_Badebucht_Felsen_032_Panorama
Abends gab es dann Essen an einem langen Tisch mit den anderen Pensionsgästen.

Scopello_Zingaro-Nationalpark_Badebucht_von-oben_034

Palermo_Normannenpalast_Capella-Palatina_01314.09.10: Im September muß man auch in Sizilien mit Regen rechnen. Heute war es so weit und wir sind nach Palermo. Durch die Puerta Nueva zum Normannenplatz. Dann den Normannenpalast mit der grandiosen Capella Palatina besichtigt. Wirkt, als hätten marokkanische Handwerker mit byzantinischen Mosaiklegern und einem riesen Budget eine romanische Kapelle gebaut. Ganz große Kunst. Die Kellergewölbe mit punischen und griechischen Mauern sollte man auch nicht auslassen.
In der Kirchenruine San Giovanni degli Eremiti mit ihrem Halburwaldgarten haben wir eine ruhige Zeit mit Photographieren verbracht. Eine Ruine mit schönen Kreuzgangresten - eigentlich randvoll mit Photomotiven. Beeindruckend ist die wohlproportionierte Kirche mit kahlen Ziegelmauern.
Dann im Dom die Sarkophage von Friedrich II. etc. gesehen. Außen ist sie schöner, wie innen. Keller, Krypta und Domschatz waren da schon interessanter. Dort gibt sehr viel mehr Sarkophage (auch ältere) in der Krypta und die Krone von Konstanze von Aragon in der Ausstellung. Für Freunde des frühen Mittelalters ist diese Kathedrale ein Pflichttermin.
Weiter zum Fontana Pretorio (na ja). Anschließend zur Kirche San Cataldo: man könnte ewig darin photographieren. Das Verhältnis Photographierzeit pro Quadratmeter war bei der kleinen Kirche San Cataldo am größten. Unglaublich schön gestaltet und dabei die pure schlichte Eleganz.
Darauf zur Kirche La Martorana: Palermo_San-Cataldo_092Zum Glück ging im Barock das Geld aus und sie konnten nicht alle schönen byzantinischen Mosaike zerstören - aber allzuviel ist nicht mehr übrig.
Schließlich zum Conventi dei Cappuccini, der berühmt-berüchtigten Kapuzinergruft mit hunderten Mumien aus den letzten Jahrhunderten. Ein schaurig-gruseliger Einblick in die Begräbnissitten bis Anfang dieses Jahrhunderts. Letztlich ein bedrückender Ort. Aber definitiv faszinierend.
Mit dem Auto wieder nach Scopello, wo man angeblich so toll ißt. Gut war es, aber leider hat man in keinem Lokal eine schöne Aussicht. Um den Ort wird ein Hype gemacht, den er nicht verdient hat. (Außerdem ist das Parken dort auch noch kostenpflichtig.)

Palermo_SanGiovanniDegliEremiti_049

Scopello_Zingaro-Nationalpark_Smaragdeidechse_045
15.09.10: Wieder durch den Zingaro-Nationalpark gewandert und diesmal in einer anderen Bucht gebadet.

Scopello_Zingaro-Nationalpark_001Scopello_Zingaro-Nationalpark_Zwergpalme_Chamaerops-humilis_007

 

 

 

 

 

Abends wollten wir nicht schon wieder die vielen Serpentinen in den Ort fahren und haben in der Pension gegessen.

Segesta_Tempel_Totale_01616.09.10: Nach Segesta. Dort mit dem Bus zum Amphitheater mit Burg- und Moscheeresten. Ganz nett. Dann mit dem Bus zum fast vollständig erhaltenen griechischen Tempel, der ganz große Klasse ist - auch wenn er nicht ganz fertig wurde. Ein komplett erhaltener griechischer Bilderbuchtempel, der perfekt in der Landschaft liegt.

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Monreale_Dom_Fassade_Rückseite_010Mit dem Auto weiter nach Monreale. Dieser Dom ist sicher eine der Hauptsehenswürdigkeiten der Insel (auch wenn praktisch kein Straßenschild den Weg dahin verrät. Aber wofür sollte die Stadtverwaltung auch noch ein Schild spendieren zu einer der Hauptsehenswürdigkeiten der Insel? Die Sizilianer sind halt ein verschlossenes Volk ....) Die Suche lohnt aber: Der Dom ist super! Die Mosaik-Wände wirken wie riesen Buchmalereien. Dachgebälk , Portale, Marmorböden etc.: Alles ist von enormer Qualität. Dieser Dom schlägt noch die Capella Palatina in Palermo: Jedes Detail ist kunstvoll und beeindruckend und riesig.
Nebenan gibt es noch einen der schönsten Kreuzgänge auf Erden: Ungemein detailreich gearbeitete Säulen. Ein Schmuckstück, das man nicht verpassen sollte.

 

 

 

 

 

 

Nach so viel Schönheit war auch die Strecke nach Catania sehr schön.
Dort haben wir (mit Mühe) ein Businesshotel in Flughafennähe gefunden. In Catania haben wir dann gegessen und (mit sehr viel Mühe) unser Hotel wiedergefunden. Italienische Straßenführung hat sicher nie die Aufgabe, daß man sein Ziel erreicht.

von Uli & Petra Bähr, geändert am 31.12.2015.
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