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Urlaube
Kurzreisen
Ligurien

Vom 29.04.11 bis 07.05.11 sind wir in Ligurien und am Comer See unterwegs gewesen.

29.04.11

Mit einem Mittagsstopp in Graubünden sind wir über den Bernhardino-Paß (wo es nur 6 °C hatte) nach Como. Kurios: Der Grenzübergang zwischen Chiasso und Como war praktisch auf einer Verkehrsinsel. Als Hotel haben wir das “Hotel Como” gewählt, das wir bedenkenlos weiterempfehlen können.

Gleich ging’s los in die Stadt (10 Min. zur Altstadtmauer). Die urig verwinkelte romanische San Fedele-Kirche haben wir uns angesehen. Den Santa-Maria-Maggiore-Dom haben wir nur von außen betrachtet..

Abends sind wir dann in einer netten Kellerweinbar hängen geblieben und haben eine köstliche Salami-Schinken-Platte gespeist.

Fazit: Como hat eine nette verwinkelte Altstadt und ist definitiv 1/2 bis 3/4 Tag für eine Besichtigung wert.

30.04.11

Mit dem Boot nach Bellagio (leider sind wir in eine riesen Gruppe römischer Damen geraten, die eine lautstarke Reiseführerin dabeihatten). Bellagio ist natürlich sogar zu dieser Nebensaison überlaufen - aber trotzdem noch erstaunlich schön. Im stylischen Lokal “Princess” (Salita Mella 18/22) haben wir Nudeln gegessen. (Die Qualität schwankt wohl - wir waren sehr zufrieden.)

Am Hafen haben Rauchschwalben mit besonders blauem Rücken beobachtet. Dann weiter zum Garten der Villa Melzi. Der lohnt wirklich die 6 € Eintritt: Sehr groß, wirklich gekonnt und effektvoll angelegt und perfekt gepflegt. Während unseres Besuchs waren vor allem die riesigen Azaleen und Rhododendren in voller Blüte.

Zurück ging’s mit dem Schaufelraddampfer “Concordia”. Ein Wunder der Technik, bei dem man die Brennkammern und Antriebswelle etc. durch ein Loch in der Decke zum Maschinenraum bewundern kann.

Am Abend haben wir es gerade noch geschafft die romanische St. Abbadio mitten im Industriegebiet zu besichtigen kurz bevor der Küster Feierabend machte. Diese Kirche lohnt definitiv den Besuch!

Abends ging es in die Pizzeria “In Centro” (Via Cesare Cantú 53), die wohl extrem beliebt ist in Como (möglichst reservieren!). Unser Essen war klasse - die Einheimischen essen aber alle Pizza.

01.05.11

Mit dem Auto ging es weiter nach Vernazza (eines der 5 Cinque-Terre-Dörfer). Die kurvenreiche Straße dahin ist schon ein Traum. Die Vermieterin Manuela holte uns an der Dorf-Schranke ab (Parken ist ein wenig Glücksache vor dem Ort). Etwas unvorbereitet wurden wir das Touristengewühl geworfen (wie mag es da erst zur Hauptsaison zugehen?). Mit schweren Koffern ging es diverse steile Treppen durch das schmale Gassengewirr hoch. Lohn der Mühe: Eine Ferienwohnung mit Blick auf den Hafen und das Meer in einem Bilderbuchort und doch etwas zurückgesetzt und ruhig.

Wir haben gleich den Ort erkundet: Das einfache, aber kraftvolle romanische Santa-Margherita-Kirchlein besucht, fast alle Treppengassen abgelaufen (wer muß da noch wandern?), am Hafen den hunderten Fährgästen zugesehen ....

Abends ging’s zu “Gianni Franzi”, wo wir wirklich lecker gegessen haben (unter anderem stoccafisso, der aber gewöhnungsbedürftig ist)

Fazit: Vernazza ist ein prima Standort für einen Cinque-Terre-Urlaub: Züge und Fähren halten hier, fast alle Wanderwege kreuzen den Ort. Und der Ort ist einfach schön.

02.05.11

Über die Wallfahrtskirchen Reggio und Soviore nach Monterosso gelaufen (rund 6 Stunden incl. Rückweg). Die Wege abseits der Küste sind fast menschenleer und bieten ein abwechslungsreiches Erlebnis der mediterranen Vegetation: Mal Ginsterhänge, dann Pinienwäldchen etc.(In Soviore haben angeblich schon mal Leute gut gegessen - außerhalb der eng begrenzten Essenszeiten gibt es da aber nichts. Das ist bei Wanderungen einzuplanen.) In Monterosso haben wir diverse Focaccie probiert. Dann ging es am Küstenwanderweg (kostet 5 € Eintritt!) zurück nach Vernazza. Dort war die Hölle los. Der Weg ist wunderschön, aber man hat ständig Gegenverkehr und wird von hinten überholt.

03.05.11

Mit dem Bummelzug nach Genua (2,5 Std. Fahrzeit mit Umsteigen). Dort Palazzo Reale von außen bestaunt. Die prächtige SS. Annunziata. Durch urige Viertel ging’s zum Hafen, wo wir zwischen Hafenarbeitern im Straßenlokal gegessen haben. Dann das sehr große Aquarium besichtigt: Einiges ist sehr schön gemacht (z. B. das Entdeckerschiff). Im Gegensatz zu den vergleichbaren Aquarien in Vancouver und Monterey zeigt es aber kaum die lokale Küste (obwohl einige Ecken beliebte Tauchplätze sind). Es lohnt aber einen Besuch. Ohne 18 € Eintritt kommt man auf das Deck dahinter, von dem aus man die Luxusyachten mit Ihrem Blumenschmuck besichtigen kann - und das Kulissenschiff zu Polanskis Film “Piraten”. Den beeindruckenden Dom S. Lorenzo haben wir dann ebensowenig ausgelassen, wie die S. Maria die Castello , Torre Embriaci, Pirazza de Ferrari, Piazza S. Matteo und Via Garibaldi (wo es auch die einzige vernünftige Eisdiele gibt, die wir in Genua gefunden haben.) Zurück ging es im IC ein wenig komfortabler.

Abend haben wir im “Baretto” gegessen (Vernazza, Via Roma 31) - war aber nur ok.

04.05.11

Morgens sizilianische Köstlichkeiten im “Pirat” am Ortseingang von Vernazza gefrühstückt. Der Service ist eine Show (und die Webseite auch sehenswert). Die Kalorien haben wir dann vergeblich versucht abzuwandern auf dem Weg nach Coniglia. (In sehr netter Ort mit vielen Lokalen. Auch dort könnte man sein Quartier für Cinque-Terre-Wanderungen gut aufschlagen.) Dort haben wir vor der Kirche auf der Bank unsere Mortadella-Käse-Semmeln verspeist und dann die tolle Aussicht von der kleinen Terrasse am Ortsrand genossen. Nach Manarola mußten wir mit dem Zug, da der Wanderweg weggerutscht war. Weiter ging’s auf dem rollstuhlgerechten “Via dell’ amore”-Wanderweg nach Riomaggiore. Der Weg bietet tolle Aussicht auf bemerkenswerte Steilküsten. Riomaggiore ist sehr städtisch. Nur das kleine Hafeneck hinter der Bahn ist echt pitoresk: Viele gestapelte Boote umrahmt von hohen Gebäuden mit Bojen am Balkon.

Abends sind wir lange in Vernazza an der Hafenmauer gesessen und haben der Sonne beim Untergehen zugesehen.

05.05.11

Vernazza wollten wir nun verlassen und sind an der ligurischen Küste entlang nach Albisola. Die Fassaden der Häuser verbreiten noch etwas netten alten Charme. Von einer “Keramikerstadt” kann man aber nicht wirklich sprechen (vor allem, wenn man es z. B. mit Caltagirone in Sizilien vergleicht). Auch die Strandpromenade ist nicht das Aussteigen wert. Immerhin haben wir als einzige Gäste in einem großen Strandcafe mittag gegessen. Kuriose Situation: ein fast menschenleerer Strand, der nur auf einen Massenansturm wartet.

Nächster Halt war Savona. Eine prächtige Stadt. Überall wurden alte Geschlechtertürme eingemauert in die Häuser. An jeder Ecke sieht man Historisches. Leider waren wir zur Mittagszeit da - und da ist wirklich alles zu.

Noli hat noch mehr Spaß gemacht: Pures Mittelalter. Laute enge, verwinkelte Gassen, Türme, Stadtmauer. Nur die romanische San Paragoio war geschlossen. Sehr ärgerlich. Nicht einmal bis zur Außenmauer der Kirche läßt man die enttäuschten Touristen .....

Auf der schönen Küstenstraße ging’s weiter bis Finale Ligure. Ein Ort, an dem man nicht halten sollte, wenn man unter 70 ist. (Obwohl das dahinterliegende Final-Borgo angeblich netter sein soll - aber wir haben kaum die Straße dahin gefunden.) Wobei die Eisdiele am Hauptplatz von Finale Ligure schon einen Besuch wert ist.

Nach Finale Ligure wird die Küstenstraße fad. Die gesichtslosen Badeorte bilden einen ununterbrochenen Brei von Schachtelbetonhäusern. Von Albenga aus sind wir dann hoch nach Arnasca zum Albergo Collina (Piazza IV Novembre 7) Eine einfache Unterkunft, die aber in ein Bergdorf genau reinpaßt. Wir sind dann noch ein wenig durch die Olivenhaine gewandert. Abends gab’s dann die Überraschung: Die angegliederte kleine Wirtschaft “Gumbu du Camallu” (Via XXI Aprile 3/4, 17032 Arnasco) entpuppte sich als Geheimtipp: Traumhaftes Essen in einer ehemaligen Ölmühle (deren riesen Mühlstein wohl noch funktionstüchtig wäre), bei herzlicher Betreuung und das noch zu einem sehr fairen Preis. Wir haben gleich eine Nacht verlängert, um noch einmal dort zu essen.

06.05.11

Vormittags ging’s zu den Grotte di Toirano. Die Höhlen sind wirklich überragend gut. Höchst ungewöhnliche Stalktiten, Alabaster etc. Dazu noch Höhlenbärknochen und Fußabdrücke von Urmenschen.

Anschließend noch kurz in die (kleine, aber nette) Altstadt von Toirano.

Dann haben wir uns Albenga gewidmet. Diese Altstadt schlägt tatsächlich noch Noli. Überall alte Häuser, verwinkeltes Mittelalter etc. Dazu ein prächtiger romanischer Dom und daneben ein frühchristliches (!) Baptisterium. Einen bemerkenswerten Renaissance-Palast haben wir auch noch besichtigt (mit einem langweiligen Museum für römische Schifffahrt darin).

07.05.11

Wir haben uns in der lokalen Kooperative Cooperativa Olivicola noch mit Olivenöl und Wein eingedeckt. Dann ging’s auf den Rückweg, wieder nach Como. Dort sind wir über Albavilla hoch gefahren zur Alpe del Vicere. (Man findet übrigens rund um das eingezäunte Gelände genug kostenlose Parkmöglichkeiten.)
Von dort sind hochgewandert auf den den Monte Bolettone. Ein schöner Weg mit vielen Aussichtsmöglichkeiten.

Zurück am Auto haben wir festgestellt, daß wir es eigentlich noch locker bis nach Hause schaffen. So haben wir uns noch eine Nacht in Como gespart und sind mit einem Abendessen-Stopp in der Schweiz gleich nach Hause.

von Uli & Petra Bähr, geändert am 31.12.2015.
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