Cordoba-Carmona

06.09.15

Wir wollten zur römischen Ausgrabungsstätte von Medina Ad-Zahora alias Al-Zahra alias Azahora alias “Madinat Al-Zahra”. Sie heißt in jedem Führer und auf jedem Schild anders und hat auch keine navi-fähige Adresse. (Ecke Canal del Guadalmellato und CO-3314 wäre die Lösung gewesen.) So sind wir ewig rumgeirrt um dann festzustellen, daß wir auch noch auf einen Bus warten müßten, der uns zur Ausgrabung bringt. Das war uns dann doch zu viel.

Den Zwischenstopp in Ecija hätten wir uns auch sparen können. Über die Jahrhunderte haben die alles Geld in den Bau von 12 Kirchen gesteckt. Nun ist das Landstädtchen trüb und offensichtlich verarmt. Und wir haben keine Kirche gefunden, die einen Stopp wert wäre.

Das erste wirkliche Highlight des Tages war die römische Nekropolis von Carmona. Das ist eine richtige unterirdische Stadt für die Toten. In eine Kammer kann man sogar mit der Leiter heruntersteigen.

In Carmona haben wir ein nettes Kellerlokal gefunden. Es war hektisch und laut - aber das Essen war super.

Durch die exakt ein-auto-breiten Gassen Carmonas ging es hoch zur Ruine einer Maurenburg mit angrenzendem Nobelhotel: Unser Parador-Hotel. Sehr edel (wenn auch mit großen Schwächen beim Service).
Den Nachmittag haben wir dann mit unserem grandiosen Ausblick auf die andalusische Weite in unserem schönen Zimmer verbracht.

Abends haben wir uns in der Stadt auf Tapas und Fino an den Hauptplatz gesetzt. Bald darauf sammelten sich Reiter in Tracht und Damen in Flamenco-Kleidern. Es begann eine Prozession, bei der eine Monstranz von einem Ochsenkarren gezogen wurde. Beeindruckend.

07.09.15

Wir sind nach Sevilla gefahren und haben sogar ein Parkhaus im Gassengewirr gefunden. Um die Kathedrale hat sich noch vor der Öffnungszeit eine lange Schlange herumgewunden. Doch nach einer halben Stunden waren wir schon drin. Säulen, dick wie eine 1-Zimmerwohnung. Unbeschreibbar hoch. (Wobei der Kölner Dom 1 Meter höher und 30 Meter länger ist, aber dafür deutlich schmäler. Und der Kölner Dom wurde viel später fertig.) Ein Chorgestühl wie für die Fischerchöre. Der Altar natürlich der größte der Welt; alles aus Gold natürlich. In den Seitennischen Meisterwerke der Malerei. Schon beeindruckend. Auf den Turm sind wir natürlich auch.

Fast daneben der Palast “Reales Alcazares”. Eigentlich ein Juwel. Aber den Touristen gibt man nicht mal einen Orientierungsplan für seine teure Eintrittskarte. Innen ist auch nichts beschildert. So vertrödelt man seine Zeit in Tellersammlungen in modernen Anbauten auf der Suche nach der eigentlichen maurischen Pracht. So schön die einzelnen Räumen sind - irgendwie wirken alle wie mit der Schablone erstellt. Alhambra und Mezquita haben uns mehr beeindruckt. Die bornierte Einstellung Touristen gegenüber hilft da dann auch nicht.

Abends haben wir Gewitterwolken von unserem Parador-Fenster beobachten können. Und abends sind wir wieder in “unser” Kellerlokal.

von Uli & Petra Bähr, geändert am Mittwoch, 30. Dezember 2015.
Beachten Sie das
Impressum! Externe Links stellen keine Werbung dar. Keine Haftung für die Inhalte externer Seiten!